Duftkerzen selber machen

Düfte sind wie Seelen der Blumen; man kann sie fühlen, selbst im Reich der Schatten.

Joseph Joubert

In vielen Haushalten in Tunesien nimmst du einen recht schweren Duft wahr. Das liegt an dem sogenannten „Bchour“, eine Art brennender Weihrauch, der zur Desinfektion und Reinigung der Luft (und böser Geister) dient. Studien haben belegt, dass Weihrauch eine aromatherapeutische Wirkung besitzt und sich daher positiv auf deinen Körper und Geist auswirken kann. Wenn du Räucherstäbchen oder generell das Räuchern jedoch nicht magst, sind Duftkerzen sehr zu empfehlen, um in den eigenen vier Wänden einen unterschwelligen Wohlgeruch zu erzeugen. Vor allem kannst du ganz leicht Duftkerzen selber machen.

Warum solltest du deine Duftkerze selber machen?

Die eigenhändige Herstellung von Duftkerzen birgt viele Vorteile. Zum einen kannst du dir sicher sein, dass deine Kerze frei von jeglichen chemischen Zusätzen ist und du keinen elektrischen Diffuser benötigst. Du allein wählst die Inhaltsstoffe und entscheidest somit, welcher Duft deine Nase betören darf. Zudem ist das folgende Herstellungsverfahren sowohl nachhaltig als auch umweltschonend. Mit ein wenig Kreativität kannst du aus Haushaltsmitteln und dem, was dir dein Garten vielleicht zu bieten hat, eine professionelle Duftkerze selber machen.

Zutaten

Für die Herstellung deiner individuellen Duftkerze benötigst du zunächst Folgendes:

  • Wachsreste oder Kerzenwachsgranulat
  • Kerzendocht
  • Formen zum Befüllen
  • Kochtopf mit Wasser
  • kleine, erhitzbare Schüssel
  • Schere
  • Holzstäbchen oder Holzwäscheklammer
  • Ätherische Öle, Kräuter, Gewürze, Früchte

Anleitung

Formen vorbereiten

Zuerst bereitest du die Formen vor, in die du später das Kerzenwachs gießen möchtest. Hierfür eignen sich am besten feste Behältnisse aus Metall, Stein oder Glas. Für eine natürliche Atmosphäre und einen sanften Zitrusduft, kannst du jedoch genauso eine Zitrone oder Orange aushöhlen und die Schale als Kerzenform verwenden. Je nach Jahreszeit oder Anlass bieten sich verzierte Gläschen oder andere Deko-Gefäße an, entweder bereits so gekauft oder von dir selbst und mit dem, was du so finden konntest, gestaltet. Um deine nachhaltige Einstellung zu betonen, kannst du auch Marmeladen- oder Einmachgläser ausspülen und für deine Kerzen hernehmen. Dir sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Wachs erhitzen

Um eine nachhaltige Duftkerze selber herzustellen, kannst du Wachsreste aus alten Kerzen und übergelaufenem Wachs hernehmen. Oft bleibt nach dem Herunterbrennen des Dochtes ein Stück der Kerze übrig, das andernfalls im Müll gelandet wäre. Wenn du die alten Dochtreste sorgfältig entfernst, lässt sich daraus wunderbar eine neue Kerze gießen.

Nicht jeder besitzt genug Überreste einer niedergebrannten Kerze, um daraus eine neue herzustellen. In diesem Fall kannst du auch zu Wachsgranulat greifen. Als solches empfehlen wir das rein pflanzliche Stearinwachs, da es vollständig abbaubar und umweltfreundlich ist. Die Wachspellets lassen sich schön gleichmäßig schmelzen, und Kerzen aus Stearin brennen viel länger. Du solltest lediglich darauf achten, dass es sich um Stearinwachs aus Kokosöl statt aus Palmöl handelt. Eine weitere Alternative bildet natürliches Bienenwachs, das du meistens beim örtlichen Imker deines Vertrauens erwerben kannst. Das vegane Gegenstück dazu ist Sojawachs.

Wenn du Wachsreste verwendest, zerkleinerst du diese zuerst, nachdem du sie von jeglichen Dochtresten befreit hast. Dann gibst du sie in eine der vorbereiteten Formen, um die Menge abzuschätzen. Dabei solltest du daran denken, dass das Wachs im zerkleinerten Zustand mehr Platz einnimmt. Füge darum noch ein bis zwei Teelöffel des Waches oder Granulats hinzu, damit die Kerze später bis zum Rand gefüllt ist. Erhitze nun die Wachsreste oder das Kerzenwachsgranulat in einem Wasserbad, bis es vollständig geschmolzen ist.

Ätherische Öle, frische Zutaten und/oder Gewürze hinzufügen

Um aus deiner Kerze eine Duftkerze zu zaubern, benötigst du noch Elemente, die den gewünschten Wohlgeruch erzeugen. Dafür kannst du schlichtweg ätherische Öle wie Lavendelöl hernehmen. Ebenso eignen sich frische Zutaten wie zum Beispiel geriebene Zitronenschalen. Kräuter wie Baldrian oder Kamille kannst du entweder frisch geerntet oder getrocknet hinzugeben. Bei Gewürzdüften sind vor allem Vanille und Zimt sehr beliebt. Je nach eigenem Geschmack steht es dir frei, Düfte zu kombinieren und auszuprobieren. Bei den frischen Zutaten solltest du allerdings auf eine korrekte und zeitnahe Verarbeitung achten, sonst kann der Duft schnell unangenehm werden und sich später vielleicht eher zu Gestank entwickeln. Verwendest du ätherisches Öl, kannst du die Intensität deiner Duftkerze selbst bestimmen. Hier kommt es auf die entsprechende Anzahl der Tropfen an. Diese sollte zehn Prozent der Wachsmenge nicht überschreiten.

Kerze gießen

Vor dem Gießen solltest du einen gewachsten Docht vorbereiten. Entweder du besorgst dir einen fertigen – bestenfalls mit Metallfuß – oder drehst ihn dir aus einigen Baumwollfäden selbst. Letzteres musst du vor dem Einsetzen in dein Gefäß noch gründlich wachsen. Dafür schmilzt du vorher etwas von deinem Kerzenwachs und tunkst die gedrehten Baumwollfäden ein, sodass sich diese mit dem Wachs vollsaugen können. Diesen Vorgang wiederholst du ungefähr viermal. Schon hast du deinen eigenen Kerzendocht hergestellt. Alternativ zu den gedrehten Baumwollfäden kannst du ebenso ein Stück Garn nehmen und wachsen.

Sobald du also die Zutaten, die den Duft deiner Kerze definieren, dem erhitzten Wachs hinzugefügt hast, kannst du die Masse in deine vorbereiteten Formen gießen. Dafür wickelst du vorher den Docht um ein Holzstäbchen, welches du dann waagrecht über den Rand deines Gefäßes legst. Dadurch bleibt der Faden beim Eingießen an Ort und Stelle. Alternativ eignet sich hierfür auch eine Holzwäscheklammer, die den Docht festhält. Nun gibst du das geschmolzene Wachs in die erste Form. Dabei solltest du darauf achten, sehr langsam und vorsichtig zu gießen, damit keine Luftlöcher entstehen und der Docht nicht verrutscht.

Kerze aushärten lassen

Zu guter Letzt lässt du deine Duftkerzen abkühlen, am besten über Nacht. Am nächsten Tag müsste das Wachs vollständig ausgehärtet sein. Ist dies der Fall, kannst du den Docht von dem Holzstäbchen lösen bzw. die Wäscheklammer entfernen. Mit der Schere kürzt du ihn dann auf ca. 1 cm. Abschließend kannst du die Kerze dekorativ an deinem Wunschort platzieren und deinen ausgewählten Duft in vollen Zügen genießen.

Wenn du deine Duftkerzen zum Beispiel für einen Adventskranz oder einen Kerzenständer gegossen hast, kannst du diese nach dem Aushärten ganz einfach aus ihrer Form lösen. Sollte das vorsichtige Stürzen der Kerze erfolglos bleiben, kannst du sie für etwa eine halbe Stunde ins Gefrierfach stellen. Danach lässt sie sich aus jedem Gefäß mit Leichtigkeit herauslösen.

5 Rezepte und passende Deko-Ideen

Beim Gießen deiner eigenen Duftkerzen kannst du jederzeit deiner Kreativität freien Lauf lassen. Um ein bisschen deine Fantasie anzuregen, stellen wir dir fünf Rezepte und Deko-Ideen vor.

Zum Neutralisieren von Gerüchen

Wenn du unangenehme Gerüche in deiner Wohnung oder einem Raum vertreiben möchtest, verwendest du am besten starke Düfte, die gut überdecken. Dazu zählen zum Beispiel intensive Beerendüfte wie Himbeere oder Stachelbeere. Vanille neutralisiert äußerst effektiv den Gestank von kaltem Rauch. Auf der Toilette empfiehlt sich ein frischer Zitronenduft. Im Schlafzimmer profitieren sowohl Menschen als auch Kleidungsstücke von einem Hauch Lavendel oder Granatapfel.

Mit frischen Zitrusdüften in den Sommer

Für eine erfrischende Wirkung empfehlen wir Zitrusdüfte. Diese eignen sich perfekt für den Sommer und geben dir ein belebendes Gefühl an heißen Tagen. Ein noch intensiveres Geruchserlebnis erhältst du, wenn du deine Duftkerze in eine Orangen- oder Zitronenschale gießt. Schon kannst du mit deiner Zitruskerze in lauen Sommernächten auf der Terrasse entspannen und die Atmosphäre genießen.

Entspannend mit Lavendel

Lavendel wirkt auf Körper und Geist äußerst beruhigend. Unter anderem dient er zur Linderung von Kopfschmerzen und Migräne. Duftkerzen mit Lavendel sind vor allem bei einem heißen Bad an kalten Wintertagen sehr empfehlenswert. Das ätherische Öl und sanfte Kerzenlicht sorgen nicht nur für eine entspannende Atmosphäre, sondern mildern auch innere Unruhe und helfen gegen Stress. Als kreative Deko-Idee kannst du beim Gießen der Kerze ganze Lavendelblüten in das Wachs geben und das Gefäß mit einem violetten Band verzieren.

Winterlich mit Zimt, Vanille oder Orange

Versüße dir die kalte Jahreszeit mit leckeren Düften wie Zimt, Vanille und Orange. Dekorativ kannst du deine Duftkerze mit ganzen Zimtstangen und Anis-Sternen gießen. Ein bisschen Glitzer kann ebenfalls nicht schaden.

Mit Zitrone und Eukalyptus gegen Insekten

Deine selbstgemachte Duftkerze kann dir bei der richtigen Geruchskombination sogar Stechmücken, Fliegen und andere Insekten vom Leib halten. Hierfür verwendest du zum Beispiel ätherische Öle wie Zitrus und Eukalyptus, gerne auch miteinander vermischt. Um den Effekt noch zu verstärken, gießt du dein Kerzenwachs in eine ausgehöhlte Zitrone. Nun nerven dich im Sommer die Mücken nicht länger, und im gleichen Zuge verbreitet deine Kerze einen einladenden Duft.

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