Zahnpasta selber machen

Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.

Arabisches Sprichwort

Wer bewusster leben möchte, versucht immer mehr Dinge selbst herzustellen, anstatt diese einfach im Supermarkt zu kaufen. Selbstgemachte Gesichtsmasken, ein Peeling oder eine Haarkur beispielsweise aus Olivenöl sind schon längst keine Seltenheit mehr. 

Doch hast du neben diesen Pflegeprodukten auch schon einmal darüber nachgedacht Zahnpasta selbst herstellen zu wollen? Nein? Dann wird es aber Zeit! Denn bei deinen Zähnen solltest du besonders Acht geben. Viele industrielle Zahnpflegeprodukte schaden deinen Zähnen jedoch mehr, als das sie schützen. 

Was spricht also dagegen, Zahnpasta einfach selbst zu machen? 

Warum solltest du Zahnpasta selber machen?

Wenn du schon einmal einen Blick auf eine Zahnpastatube geworfen hast, stellen sich einem die Haare zu Berge, wenn man sieht, was alles in einer herkömmlichen Zahnpasta zu finden ist. Einige der Inhaltsstoffe sind wirklich besorgniserregend. 

Das ist besonders schlimm, da die Schleimhäute im Mund alle Stoffe aufnehmen und Giftstoffe somit direkt im Körper landen. Beispielsweise Parabene sind in einer Zahnpasta enthalten und stehen in Verdacht, krebserregend sein zu können. 

Viele der herkömmlichen Inhaltsstoffe greifen den Zahnschmelz an und sollen unter anderem zu weißeren Zähnen verhelfen. Doch das ist gar nicht nötig, denn es gibt natürliche Alternativen, mit denen du deine Zähne putzen kannst.

Gerade wenn du bewusst lebst und somit auch Plastik vermeiden möchtest, solltest du Zahnpasta selbst herstellen. Denn auch die Zahnpastatube leert sich alle paar Wochen und landet danach im Müll. Das ist nicht gerade umweltfreundlich. 

Es gibt also viele Gründe, die dafür sprechen, warum du auf gekaufte Zahnpasta besser verzichten solltest. 

Schädliche Stoffe in herkömmlicher Zahnpasta

Nicht nur die bereits erwähnten Parabene, sondern auch andere Stoffe in der Zahnpasta sind oft schädlich. Du kennst es sicherlich von einigen Medikamenten, die ebenfalls über die Mundschleimhaut aufgenommen werden und somit besonders schnell im Blutkreislauf landen. 

Das ist bei der Zahnpasta genauso, wirkt sich auf deinen Körper jedoch negativ aus und ist alles andere als natürlich. Dabei genügt es nicht, den Mund nach dem Zähneputzen gründlich auszuspülen, denn dann ist es bereits zu spät. deine Mundschleimhäute haben da schon längst die giftigen Stoffe aufgenommen. Doch warum kaufen Menschen dann noch herkömmliche Zahnpasta?

Ganz einfach: Die meisten wissen nicht, was sie ihrem Körper mit der vermeintlich wichtigen Mundhygiene antun. Keine Frage, Zähneputzen ist wichtig, kann aber auch problemlos auf natürlicher und pflanzlicher Basis erfolgen und dabei sogar noch nachhaltig sein. 

Ein weiterer, giftiger Bestandteil in vielen Zahnpastasorten sind die sogenannten Fluoride. In der geringen Menge, in der du Fluoride einnimmst, wirken sie zwar nicht direkt toxisch, verlangsamen aber deinen Stoffwechsel und schwächen das Immunsystem. Gesundheitliche Probleme, die daraus entstehen können, bringt dann natürlich niemand mit einer Zahncreme in Verbindung.

Ähnlich sieht es mit Aromen aus. Diese sind zwar nicht giftig, aber nicht natürlich und werden nicht benötigt. Kindern soll damit jedoch ein leckerer Geschmack geboten werden. Das sie die Zahnpasta dann im Zweifelsfall gar nicht mehr ausspucken wollen, ist ein anderes Problem. Wird über eine halbe Tube Zahnpasta verspeist, kann das für ein Kleinkind sogar tödlich enden. 

Triclosan ist ein weiterer schädlicher Stoff in Zahnpasta. Hierbei handelt es sich um ein Desinfektions- und Konservierungsmittel, was oft in Zahnpasta zu finden ist, weil es Mikroben jeglicher Art entfernt. Problematisch ist jedoch, dass dieses Mittel nicht nur schädliche Bakterien abtötet, sondern darüber hinaus auch Bestandteile deiner gesunden Mundflora. Inzwischen konnte sogar nachgewiesen werden, dass Triclosan die Bildung von neuen Erregern positiv beeinflusst, was hoch problematisch ist. 

Ebenfalls nicht natürlich und umweltfreundlich ist Natriumlaurylsulfat. Hierbei handelt es sich um ein Tensid, was reinigende Funktion hat. Experimente zeigten, dass Natriumlaurylsulfat die Mundschleimhäute austrocknet und daher zu Reizungen führen kann. Dadurch können sogar Mundgeschwüre entstehen. Insgesamt werden die Schleimhäute stark gereizt. 

Abrasiva sollen die Zähne weiß machen. Tatsache ist jedoch, dass die Abrasiva sogenannte Schleifmittel sind und den Zahnschmelz stark beschädigen können. Wenn du empfindliche Zähne hast und es trotz spezieller Zahnpasta einfach nicht besser werden will, können die Abrasiva dafür verantwortlich sein. Leider ist auf den ersten Blick kaum erkennbar, wie stark die Abrasiva in der jeweiligen Zahncreme zu finden sind.

Wichtige Zutaten

Um Zahnpasta herstellen zu können, braucht es natürlich einige Zutaten. Diese sind meist nicht nur vegan, sondern absolut nachhaltig und natürlich. Kräuter wie Minze, Thymian und Salbei dürfen in keinem tunesischen Haushalt fehlen und auch ihre Wirkung kann sich sehen lassen. In deiner Zahnpasta sorgen sie für einen Geschmack ganz nach deinen Wünschen und können beispielsweise gegen Mundgeruch hilfreich sein.

Viele wichtige Zutaten braucht es bei einer Zahnpasta ansonsten eher nicht. Es sollten keinesfalls Bestandteile in der Zahncreme zu finden sein, die nicht bedenkenlos gegessen werden können. Viele pflanzliche Zutaten können eine herkömmliche Zahnpasta ersetzen. 

  • Kokosöl
  • feines Natronpulver
  • Wasser

Diese Zutaten sind essentiell für eine gute und natürliche Zahncreme. Des Weiteren benötigst du ein Gefäß, wo du die fertige Paste aufbewahren kannst. 

Grundsätzlich gibt es verschiedene Rezeptideen, bei denen du frei entscheiden kannst, welche Zutaten nun in deiner Zahnpasta landen sollen. Kokosöl stellt dabei in der Regel jedoch die Basis dar. Kokosöl erfüllt beim Zähneputzen eine besondere Funktion. Es wirkt antibakteriell und kann zusätzlich sogar gegen Parasiten vorbeugen. Besonders vorteilhaft ist dabei der unauffällige Geschmack, der nicht stört und stark an die normale Konsistenz einer Zahncreme erinnert. Wenn du besonders Wert auf nachhaltige Produkte legst, dann solltest du Bio-Kokosöl kaufen. Das Kokosöl sorgt zum einen dafür, alle Zutaten miteinander zu verbinden und dient gleichzeitig der Pflege der gesamten Mundschleimhaut. 

Das Natronpulver sollte für die Zahnpasta möglichst fein sein. Es wirkt in der Zahncreme als Schleifstoff und sorgt für eine natürliche Aufhellung der Zähne. Dabei werden diese jedoch nicht geschädigt, sondern Natron unterstützt gleichzeitig sogar noch dabei, einen guten ph-Wert im Mund zu erreichen. 

Statt Natron kommen auch noch einige andere Zutaten wie beispielsweise Kurkuma in Frage, was sich ebenfalls in der tunesischen Küche sehr großer Beliebtheit erfreut und auf den Märkten bekanntermaßen in hohen Pyramiden aufgeschüttet ist. Das Gewürz wird nicht nur häufig in Schmorgerichten wie dem traditionellen „Mussli“ verwendet, sondern ist in deiner Zahnpasta aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung eine gute Idee. Zwar verfärbt Kurkuma im ersten Moment die Zähne, diese werden jedoch sofort wieder weiß, wenn danach etwas gegessen wird. Ganz nebenbei hat Kurkuma ebenfalls eine antibakterielle Wirkung und unterstützt das Immunsystem. 

Xylit ist nicht nur pflanzlich und damit vegan, sondern auch eine echte Alternative zu Fluorid, weil es Karies sogar noch viel besser bekämpfen kann. Außerdem neutralisiert der Birkenzucker die Säure im Mund, was ebenfalls Karies vorbeugt. 

Wenn du eine besonders effektive und natürliche Zahncreme herstellen möchtest, kombiniere alle Zutaten miteinander. 

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur selbstgemachten Zahnpasta

Ich war wirklich überrascht, wie einfach es ist, unsere Zahncreme selbst herzustellen. Mit den genannten Zutaten ist auch für dich eine eigene und umweltfreundliche Herstellung in jedem Fall möglich. Dank des Kokosöls ist die selbst gemachte Zahnpasta recht lange haltbar. Sinnvoll kann es jedoch sein, kleinere Mengen der Paste herzustellen, damit du diese nicht zu lange stehen lassen musst. 

Bevor du mit der Herstellung der natürlichen Zahncreme beginnen kannst, solltest du dich zunächst um die Beschaffung der Zutaten bemühen. Die meisten Bestandteile erhältst du im Drogeriemarkt oder Reformhaus. Natronpulver kannst du am Besten online bestellen.

Bereits jetzt solltest du entscheiden, welche Zutaten in deiner Zahncreme zu finden sein sollten. Dabei kannst du dich auch an der traditionellen tunesischen Küche orientieren, wo Gewürze und Kräuter eine große Rolle spielen. Die Kräuter haben in der Zahnpasta zwar keinen direkten Effekt, verleihen deiner Zahnpasta aber einen Geschmack ganz nach deiner Lust und Laune und bewirken ein gutes Gefühl im Mund und helfen gleichzeitig dem Immunsystem und dem Schleimhäuten, anstatt ihnen zu schaden. 

Kurz gesagt lässt sich die Herstellung einer natürlichen Zahnpasta in drei Schritte unterteilen, die sich einfach durchführen lassen. Du brauchst dafür keine besonderen Kenntnisse oder spezielles Equipment. 

Schritt 1: Zutaten abmessen

Im ersten Schritt musst du die einzelnen Zutaten gründlich abwiegen, weil das Verhältnis stimmen sollte. Für eine mittlere Portion Zahncreme reichen etwa 4-5 Esslöffel Kokosöl aus. 

Wenn du später feststellst, dass dir die Konsistenz nicht gefällt, kannst du noch Kokosöl hinzugeben. Kurkuma benötigst du lediglich einen halben Teelöffel und ca. einen Teelöffel Natronpulver. Bei Xylit sind etwa 2 Esslöffel die optimale Menge und sollten in möglichst feiner Konsistenz zur Anwendung kommen. Hier eignet sich ein feines “Staubpulver” am Besten.

Von unserem letzten Trip nach Tunesien habe ich Pfefferminzöl mitgebracht, was bei meiner ersten Zahnpasta zum Einsatz kam und ich wärmstens empfehlen kann. An sich erfüllt das Pfefferminzöl keine direkt Funktion, ist jedoch sehr angenehm im Geschmack und verleiht der Zahncreme eine natürliche und erfrischende Note. 

Schritt 2: Kokosöl erhitzen und Zutaten vermischen

Im nächsten Schritt werden alle Zutaten bis auf das Kokosöl zunächst außer Acht gelassen. Das Kokosöl wird in einen kleinen Topf gegeben und unter geringer Hitze erwärmt. In Tunesien reicht es meist, das Glas kurz auf die Fensterbank zu stellen. Wenn die Sonne scheint, kann die Masse auch so schonend erwärmt werden 😉

Anschließend kannst du die einzelnen Zutaten unter Rühren langsam hinzugeben. Bestenfalls wird mit Xylit begonnen, was langsam Stück für Stück zur Masse hinzugefügt werden sollte. Danach folgt nach Belieben ein wenig Kurkuma. Je nach Intensität verändert sich dabei auch die Farbe der Zahncreme stärker ins Gelbliche. Kurkuma muss nicht zwangsläufig verwendet werden, bringt jedoch weitere positive gesundheitliche Effekte.

Danach folgen die weiteren Zutaten Stück für Stück und am Ende sollte das Natron vorsichtig hinzugefügt werden. Bei dieser Zutat solltest du in der Dosierung ganz genau sein. 

Jetzt müssen alle Zutaten unter leichter Wärme nur noch gründlich miteinander verrührt werden. 

Schritt 3: Masse abkühlen lassen

Zu Guter Letzt muss die Masse noch abkühlen. Am Besten füllst du sie dafür schon im warmen Zustand in das Gefäß, wo du die Paste später aufbewahren möchtest. Danach muss die Creme nur noch für einige Stunden in den Kühlschrank, bis sie ganz ausgehärtet ist. 

In der späteren Verwendung reicht es völlig aus, wenn du die Zahnpasta ganz normal im Badezimmer bei Zimmertemperatur aufbewahrst. Dafür solltest du idealerweise einen zusätzlichen Löffel nutzen, um nicht jedes Mal mit der Zahnbürste direkt in das Gefäß gehen zu müssen, um so Bakterien vermeiden zu können.

Die Konsistenz der Zahnpasta ist zugegeben am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Insgesamt handelt es sich aber um eine sehr gute und vor allem nachhaltigere und umweltfreundlichere Alternative, wenn es um deine Zahnpflege geht. Davon abgesehen, kannst du so auch sicher sein, dass deine Zahncreme frei von Tierversuchen und somit zu 100% vegan ist. 

Also, worauf wartest du noch? Mache deine eigene Zahnpasta und schütze nicht nur deine Zähne, sondern gleichzeitig auch die Natur! Magst du es noch natürlicher? Schau dir unbedingt unseren Beitrag zum Thema „Miswak“ an. Für das Zähneputzen mit dem Zahnputzzweig benötigst du gar keine Zahncreme.

Oder hast du deine ersten Erfahrungen in der Herstellung von eigener Zahnpasta schon gesammelt? Berichte uns gerne davon!

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