Heilfasten Woche 2

„Sei mäßig in allem, atme reine Luft, treibe täglich Hautpflege und Körperübung […] und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei.“

Hippokrates in seiner medizinischen Lehre [23].

Unsere erste von vier Fastenwochen ist geschafft. Mit mir zusammen praktizieren aktuell etwa 15 junge Damen diese Kombination aus Ramadan und Heilfasten. Nachdem am ersten Tag fast alle über Kopfschmerzen klagten, ist die Motivation nach wie vor ungetrübt. Dabei hat jede ihre ganz eigenen Gründe: ein paar überflüssige Pfunde loszuwerden, Lebensmittelunverträglichkeiten und gesundheitlichen Problemen den Kampf anzusagen oder einfach das bisherige Essverhalten zu überdenken. Allen gemein ist, sich in irgendeiner Weise mental zu fokussieren. So tauschen wir uns täglich in unserer WhatsApp-Gruppe aus, meist nach dem Iftar – dem Fastenbrechen. Willst du einsteigen? Kontaktier uns!

Fasten ist und macht gesund

Ist man krank, verlangt der Körper nach Ruhe, Geborgenheit und Wärme. Häufiger als sonst möchte man allein sein. Das fiebernde Kind hat keinen Appetit und verlangt nur nach Säften. Der kranke Hund verkriecht sich in seine Hütte und frisst tagelang nichts. Kranke Lebewesen verhalten sich also instinktiv richtig: sie fasten. Der geschwächte Körper braucht zur Genesung Zeit und Kraft. Die notwendige Energie für die Wiederherstellung kranker und für die Neubildung gesunder Zellen gewinnt er aus körpereigenen Nahrungsdepots. Indem er fastet, spart er sich die Verdauungsarbeit, die 30% des gesamten Energieaufwandes beansprucht. Die beim Fasten freiwerdende Energie bleibt somit für die Heilung. 

Instinktives Fasten ist eine großartige, natürliche Selbsthilfe, die wir uns nutzen können: 

  • zur Zerstörung von in den Körper eingedrungene Bakterien
  • zur Hemmung von Ausbreitung und Wachstum von Viren
  • zur Erhöhung des Immunsystems
  • zur Ausscheidung von Gift und Krankheitsstoffen

Körperliche Leistung beim Fasten

Aus eigener Erfahrung, hängen Kraft, Schnelligkeit Ausdauer und Denkvermögen keineswegs unmittelbar vom Essen ab. Im Gegenteil, gemäß des Sprichworts „ein voller Bauch studiert nicht gern“ denkt der Nüchterne meist besser und schneller. Während man nach dem Essen doch eher träge wird. 

Welcher Bergsteiger isst vor seinem Aufstieg? Welcher Läufer isst kurz vor dem Startschuss? Diese Beispiele zeigen, dass Kraft nicht unmittelbar aus Nahrung bezogen wird. Wir verfügen über körpereigene Reserven, die schneller und rationeller abrufbar sind, als die Kraft aus Nahrung. Kraft aus Nahrung muss schließlich zunächst nach zeit- und energiebenötigender Verdauungsarbeit gewonnen werden.

Nicht nur während, sondern nach Kraft- oder Ausdaueraktivitäten fehlt oft das Verlangen nach Essen – vielmehr wird erstmal der Durst gestillt. 

Der Stoffwechsel während des Fastens vermeidet Energieverluste durch Verdauungsarbeit und mobilisiert die benötigte Kraft auf optimale Weise.

Fasten schärft den Fokus

Auch metal passiert einiges, nimm dir Zeit, um zu reflektieren und auch den Geist zu reinigen. Vom Fasten kann man regelrecht high werden, da mehr Serotonin ausgeschüttet wird. Das Lebensgefühl nach dem Fasten ist unvergleichlich, denn die Selbstkontrolle löst regelrecht Glücksgefühle aus, wenn das persönliche Ziel erreicht wird.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass beim Fasten neue Zellen entstehen – das gilt für den gesamten Körper. Bei jeglicher Herausforderung für das Gehirn – sei es bei körperlicher Anstrengung, einer kniffligen, kognitiven Aufgabe oder eben nun durch eine eingeschränkte Kalorienzufuhr –  wird das basische Protein BDNF (von eng.: „Brain-derived neurotrophic factor“; dt. etwa: „Vom Gehirn stammender neurotropher Faktor“) produziert. Dieses stärkt die Synapsen und regt auch hier die Bildung neuer Nervenzellen an.

Einige empfehlen auch Fasten tatsächlich auch zur Vorbeugung und Bekämpfung neuronaler Erkrankungen, wie Alzheimer.

Balsam für die Seele

Im Fasten ist der Körper von Natur aus entspannungsbereit. Deshalb ist die Zeit ideal, um sich in der Kunst des Loslassens und der Konzentration zu schulen. Nicht ohne Grund besagt ein altes Sprichwort: „Ein voller Bauch studiert nicht gerne!“

Was für Muslime das Gebet während der Fastenzeit im Ramadan ist, können für alle anderen Fastenden eine energiespendende Yogaroutine und die Mediation sein. Yoga entspannt, macht locker und geschmeidig, unterstützt die Durchblutung, lässt den Atem frei fließen und stärkt nebenbei noch die Muskulatur. Auch autogenes Training dient als wirkungsvolle Methode, um Alltagsstress und Hektik hinter sich zu lassen und Körper und Seele positiv zu stimmen.

Saftfasten

Letzte Woche habe ich wie selbstverständlich ganz konsequent verschiedene grüne Säften gepresst und noch so manch neue leckere Kombination für mich entdeckt. Des weiteren gab’s für mich lauwarmes Zitronenwasser während des Fastenbrechens. Mit fällt diese Art des Fastens nach einer Woche – auch in Kombination mit dem trockenfasten-ähnlichen Ramadan-Intervall – nach wie vor wirklich leicht.

Was ist Saftfasten?

Selbstgepresste Säfte sind nicht nur vielseitig und lecker sondern ideale Begleiter einer Fastenkur: Sie versorgen deinen Körper schnell und problemlos mit Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Enzymen. Bei dieser Methode werden ausschließlich Flüssigkeiten, wie frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte, Wasser, Kräutertees oder klare Gemüsebrühe, verzehrt. Auf feste Lebensmittel wird in dieser Zeit verzichtet. 

Mein Plan ist es auch in der kommenden 2. Fastenwoche, gemäß der Ramadanzeiten, nach Sonnenuntergang nur flüssige Nahrung zu mir zu nehmen. Ich liebe die grünen Vitaminbomben, möchte diese Woche aber ein wenig farbliche Abwechslung. 

Was zeichnet rote Säfte aus?

Sowohl beim Intervallfasten, als auch beim Heilfasten belegen Studien, dass sich sogar Blutwerte vernessern lassen. Wir nähern uns der wärmeren Jahreszeit, d.h. die Auswahl an farbenfrohem, heimischem Obst und Gemüse wächst. Grund genug, diesmal die Nährstoffe blutroter Früchte unter die Lupe zu nehmen:

Rote Bete hat es aufgrund seines erdigen Aromas oft nicht leicht und ist etwas in Vergessenheit geraten. Doch die rote Rübe haben viel zu bieten: Sie regt sie die Verdauung und Lebertätigkeit an und senkt den Blutdruck. Bereits ein Glas Rote Bete Saft am Tag liefert wertvolle Inhaltsstoffe, die unser Körper braucht, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Schon 200 Gramm Rote Bete decken 50 Prozent des Tagesbedarfs. Um das pflanzliche Eisen nutzen zu können, benötigt unser Körper Vitamin C. Darum sollte zu den roten Knollen immer auch Vitamin-C-haltige Zutaten wie Äpfel, Orangen oder etwas Zitronensaft kombiniert  werden. Rote Bete enthält den Farbstoff Betain, was besonders für’s Blut und das Herz gut ist. Rote-Bete-Saft kann erhöhte Homocystein-Werte und somit das Risiko für Herzkrankheiten senken. Außerdem stimuliert Betain die Funktion der Leberzellen, die kräftigt die Gallenblase und dabei hilft, die Gallengänge gesund und frei zu halten.

Der Sommer bringt viele wunderbare Dinge mit sich, die man das gesamte restliche Jahr über sehnsüchtig erwartet. Beeren in ihrer gesamten üppigen Vielfalt prägen allein optisch mit ihren kräftig satten Farben den Geschmack der warmen Jahreszeit. Ihre „inneren Werten“ machen die roten Beeren zu einem richtigen Superfood. Besonders Blaubeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren und Stachelbeeren stecken voller Vitamin C, Eisen, Kalium, Kalzium, Zink und Folsäure. Ein hoher Ballaststoffanteil und geringer Zuckergehalt machen die roten Kraftpakete auch für diejenigen attraktiv, die auf ihren Zuckerkonsum achten müssen.

Während einer Fastenkur ist bekanntlich nicht nur wichtig, was wir zu uns nehmen, sondern auch, dass wir abführen und der Darm endlich mal leer gefegt wird. Bei Verdauungsprobleme sit nichts einfacher als zu Pflaumensaft zu greifen. Wem der pure Saft zu süß ist, kann die saftigen Früchte gern vielfältig mit Gemüse kombinieren oder mit Wasser oder Kokoswasser strecken.

Meine Lieblingsrezepte für rote Säfte

Rote Bete, Wassermelone, rote Trauben, Pflaumen, Beeren – bei roten Säften sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Gerne stelle ich hier meine Lieblings-Kombis vor. Ich entsafte in der Regel 1x am Tag genug für den täglichen Bedarf und fülle die Säfte in Glasflaschen. So habe ich auch nur 1x am Tag den Aufwand des Entsaftens und der anschließenden Reinigung der Geräte. Alle Mengenangaben beziehen sich auf etwa 1 Liter 

Variante 1

500 g Rote Bete, 4 Orangen, 1 Zitrone

Variante 2

500 g Rote Bete, 2 Möhren, 3 Birnen, frischer Ingwer

Variante 3

500 g Wassermelone, 400 ml Kokoswasser, 1 Limette, ⅓ Bund frische Minze

Variante 4

etwa 8 Möhren, 3 Äpfel, 1 Zitrone, frischer Ingwer

Variante 5

4-5 Pflaumen, etwa 1/4 Rotkohl, 2 Äpfel

Und so einfach geht’s:  Schäl die Rote Bete, Orangen und Zitronen, entkerne die Pflaumen und wirf sie zusammen mit all den restlichen Zutaten in deinen Entsafter. Meine Säfte presse ich gerne im Verhältnis ⅔ Gemüse und ⅓ Obst. Falls dir anfangs beispielsweise der Rüben-Geschmack zu erdig ist, ändere die Mengenangaben entsprechend zu einem höheren Fruchtanteil.

Natürlich ist es generell besser, die Zutaten zu entsaften, um einen dünnen Saft zu erhalten. Wenn du einen Mixer hast, drücke die Säfte durch ein Tuch oder Sieb oder strecke die Säfte mit Wasser oder Kokoswasser.

Ab der 3. Woche möchte in den Speiseplan um (roh)vegane Suppen ergänzen. Neugierig? Dann abonniert unseren Blog oder schaut einfach nächste Woche wieder vorbei und bleibt auf dem Laufenden!

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