Heilfasten Woche 3

Welche körperlichen Begleiterscheinungen hat das Fasten?

Die Halbzeit ist geschafft. Seit nun 14 Tagen praktizieren wir eine Kombination aus dem Intervall- oder Trockenfasten-ähnlichen Prinzip des Ramadan und einer Heilfastenkur. Mein Ziel ist es darüber hinaus, während der kommenden 30 Tage gänzlich auf tierische Produkte, Weizen und raffinierten Zucker zu verzichten. Bisher habe ich keinen Hunger. Ich bekomme zwar nachmittags meist ein Tief und bin müde, aber insgesamt geht’s mir gut. Allzu große körperliche Anstrengungen versuche ich zu vermeiden. Mich zieht es bei jeder Gelegenheit raus in die Natur, lange Spaziergänge machen den Kopf frei und geben neue Energie. Die frühlingshaften Sonnenstrahlen tun gut und wärmen. Zugegeben mache ich häufiger als sonst anschließend ein kurzes Nickerchen, aber der Leitspruch dieser Zeit lautet auch: hör auf deinen Körper!

In einer eigens dafür gegründeten WhatsApp-Gruppe tausche ich mich regelmäßig mit einigen gleichgesinnten Mädels aus und finde hier ein Stückchen Motivation, das Heilfasten weiterhin durchzuziehen.

Begleiterscheinungen des Nahrungsverzichtes sind normal. Grund genug, hier mal die Gängigsten unter die Lupe zu nehmen:

Magenknurren

Das typische Bauchgrummeln hat überhaupt nichts mit Hunger zu tun. Unser Magen nimmt Nahrung auf, produziert Verdauungssäfte und Enzyme und gibt den Nahrungsbrei an den Dünndarm weiter. Dann ist der Magen augenscheinlich leer – aber nicht wirklich. Dort sind immer noch Luft und Lebensmittelreste, die noch nicht komplett aufbereitet sind. Der Magen brummt, macht eine wellenförmige Bewegung, um auch diese Reste hinauszubefördern. Das Magenknurren ist also der Versuch des Magens, sich selbst zu reinigen. Das ist ganz normal und natürlich.

Ich habe tatsächlich nach einer Woche des Ramadan- und Heilfastens absolut weder Hunger noch Durst. Dies führt mir mal wieder vor Augen, wie oft man sich über den Tag verteilt unbewusst etwas hineinstopft. Hier ein paar Weintrauben, da einen Schokoriegel oder einfach weil Mittag ist und alle anderen auch essen.

Säuerlicher Geruch

Etwa am vierten Tag des Fastens setzt die Fettverbrennung ein. Die Leber wandelt von nun an die Fettsäuren im Körper in sogenannte Ketonkörper um. Dabei entsteht ein fruchtig-säuerlicher Geruch, der über die Atemwege ausgedünstet wird. Meist stelle ich ab nachmittags einen säuerlichen Geschmack im Mund fest. Das ist zwar unangenehm und ungewohnt, lässt sich aber aushalten. 

Gegen den säuerlich, abgestandenen Geschmack im Mund hilft das neben der ordentlichen Mundhygiene zwischendurch auch langsames Zerkauen frischer Kräuter wie Pfefferminze oder Petersilie. Während des Ramadanfastens muss man das wohl einfach hinnehmen. Hast du vielleicht Tipps? Dann schreib uns!

Frieren

Viel mehr als der säuerliche Geschmack im Mund stört mich die innerliche Kälte. Was dagegen hilft, sind Wechselduschen, ein warmes Körnerkissen oder ein gemütliches Vollbad. 

In der Fasten-Not braucht der Körper weniger Energie – nicht nur, weil die Verdauung frei hat. Auch das Herz schlägt langsamer, der Blutdruck sinkt. Fastende haben darum manchmal Kreislaufprobleme und frieren schnell. Während der Fastenkur sinkt deine Körpertemperatur um einige Zehntel Grad ab, weil du keine Energie mehr über die Nahrung aufnimmst.

Wärmende Maßnahmen beim Fasten

Wundere dich nicht, wenn du während des Fastens häufig kalte Hände und Füße hast. Der innere Ofen kann zwar aus den körpereigenen Fettreserven Wärme produzieren wie aus Nahrung, doch der Körper stellt sich insgesamt beim Fasten auf Sparflamme. 

Ist der Kreislauf stabil beim Fasten kann man sich gerne den ein oder anderen Saunatag gönnen – ohne es zu übertreiben. Mit genügend Pausen zwischen den maximal 3-4 Saunagängen befördern wir nicht nur Schlacken über die Haut nach draußen sondern gönnen uns zudem ein wenig wohltuende Wärme. Leider hat nicht jeder eine Sauna zur Verfügung und die aktuelle Lage gibt einen spontanen Besuch einer öffentlichen Sauna nicht her. Aber auch mit ein paar kleinen Tricks, lässt sich das Frieren beim Fasten regulieren. 

Wechselduschen & Bürsten

Ein Grundpfeiler der Kneippschen Gesundheitslehre sind kurze Kältereize. Sie regen den Kreislauf sowie die Hautdurchblutung an und steigern den Selbstheilungsprozess des Körpers. Starte deinen Tag mit einer warm-kalten Wechseldusche. 

Wenn du zusätzlich vorher deinen Körper mit einer Bürste oder einem Kessa kräftig massierst, förderst du auch noch gleichzeitig die Entgiftung über die Haut. Beginne damit immer unten an den Füßen und arbeite dich langsam Richtung Herz hoch. Das Ganze sollte immer 5- 10 Minuten dauern. Tolle handgewebte Peelinghandschuhe findest du übrigens bei uns!

Bewegung

Während der Fastenzeit kann ich jedem wärmstens empfehlen, einfach einen ausgiebigen Spaziergang durch die Natur zu machen. Atme die frische Luft tief ein und schalte ab. Spielt das Wetter nicht mit, können auch leichte Sporteinheiten wie Muskel- und Dehnübungen zu Hause oder am Arbeitsplatz dir einheizen. Für alle sportlichen Aktivitäten während des Fastens gilt: überanstrenge dich nicht und höre auf deinen Körper! Bring‘ deinen Kreislauf in Schwung, indem du dir täglich in Maßen genügend Bewegung gönnst. 

Wärmflasche oder Körnerkissen

Wenn ich faste, ist das erwärmte Körnerkissen mein ständiger Begleiter. Alternativ helfen auch eine 2. Bettdecke und Stricksocken. Neben dem wärmenden Effekt hat ein mindestens 30-Minütiges Päuschen mit einem warmen Wickel übrigens eine entschlackende Wirkung auf die Leber. Manche Fastenprofis raten tatsächlich dazu sich Mittags und Abends diese Auszeit zu gönnen. Wie du ein Leberwickel auf Basis von Tonerde machst, erklären wir hier.

Voll- oder Fußbad

Beim ausgiebigen Bad lässt es sich herrlich lesen, entspannen oder einfach dösen und die Zeit bis zum Fastenbrechen vergeht ein Stückchen unbeschwerter. Wie du einen Badezusatz ganz nach deinem Geschmack selbst herstellst, findest du übrigens auch auf unserem Blog. Dinge des alltäglichen Gebrauchs selbst herzustellen, macht nicht nur Spaß, sondern ist auch eine nette und sinnvolle Beschäftigung, um die Fastenzeit zu überbrücken bzw. um sich ein wenig abzulenken.

Wenn mal keine Zeit für ein gemütliches Vollbad ist, gönne dir wenigsten ab und an ein warmes Fußbad. Das wirkt wahre Wunder und wärmt nach und nach den ganzen Körper. Fülle dazu lauwarmes Wasser etwa wadenhoch in einen EImer, stelle die Füße hinein und gieße nach und nach heißen Wasser hinzu, sodass die Füße nach und nach neue Wärme bekommen. Der gesamte Körper ist garantiert nach 15-20 minuten aufgewärmt. Zum Abschluss schreckst du die Füße einmal kurz mit kalten Wasser ab und legst dich am besten direkt danach ins Bett. Mit kalten Füßen lässt es sich einfach schlecht einschlafen, deshalb kann ein warmes Fußbad beim Fasten schnell zum Abendritual vor dem Zubettgehen werden.

Warme Kleidung

Es klingt so simpel, wie es ist: Zieh dich warm an! Am besten geeignet ist der Zwiebel-Look, dann kannst du dich bei Bedarf aus- oder wieder einpacken, so wie du es gerade brauchst. Die Kleidung sollte luftog, aber warm sein. Greife daher vorzugsweise auf natürliche Materialien wie Baumwolle, Wolle oder zum Unterziehen atmungsaktive Funktionsunterwäsche.

Heißer Tee

Wenn du zu denjenigen gehörst, die beim Fasten schnell frieren, dann solltest du auf jeden Fall während des Fastenbrechens viel heißen Tee trinken. Ein Stückchen Ingwer im Tee kurbelt den  Für unterwegs greifst du einfach zu einer praktischen Thermoskanne. 

Fastenbrechen mit wärmenden Suppen

Suppen gehören selbstverständlich auch auf jede Iftar-Tafel im Ramadan. In Marokko ist es beispielsweise die Harira, in Tunesien die würzig, rote Chorba. 

Besonders flüssige Nahrung sorgt für die Entlastung von Darm, Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse. Zwar habe ich vor, meinen Kalorienbedarf stark zurückschrauben, aber hungern werde ich dennoch sicherlich nicht.

Gemüsebrühe

Für meine klassische Fasten-Gemüsebrühe bringe ich Wasser zusammen mit verschiedenen Suppengemüsesorten wie Porree, Blumenkohl, Möhren, Zwiebeln und verschiedene Kräutern langsam zum Kochen. Auch hier gilt, experimentierfreudig zu sein. Wie wäre es zur Abwechslung mit einem Stückchen Ingwer, Chili und Koriander? Wichtig ist, weder Suppenwürfel, Salz oder Öl zu verwenden. Nachdem die Suppe etwa 40-50 Min. leicht köchelt, seihe ich das Gemüse ab. Ich bereite meist 3 Liter vor, damit ich etwa 2-3 Tage des Heilfastens damit auskomme. 

Rohköstliche wärmende Suppen

Rohkost-Suppen lassen sich sehr schnell und einfach zubereiten. Dafür werfe ich alle Zutaten in den Mixer. Rohkost-Suppen schmecken sowohl kalt als auch warm. Für die warme Variante gebe ich einfach etwas erwärmtes Wasser (ca. 45°C) hinzu oder stelle die Suppe ganz kurz auf den Herd, natürlich ohne die Suppe zu kochen. Dort liegt der Unterschied zu einer normalen Suppe, nämlich dafür zu sorgen, dass sie nicht zu heiß wird und keine Rohkost mehr ist. Alle Nährstoffe bleiben erhalten. Gesünder geht’s nicht!

Mediterrane Tomatensuppe 

4-5 große Tomaten, 1 Möhre, 1 rote Paprika, 1 Zehe Knoblauch, 2-3 Datteln, frisches Basilikum und frische Petersilie, 50 g Cashewkerne, 1-2 EL Olivenöl, Pfeffer und Meersalz und nach Bedarf warmes Wasser.

Exotische Currysuppe

500 ml Kokosmilch, 1/4 frische Ananas, 1 Banane, ½ Zucchini, 1 kleine gelbe Paprika, 1 TL Currypulver, 1 TL Kurkuma, etwas Ingwer und Zitrone sowie Pfeffer und Meersalz zum Abschmecken, nach Bedarf warmes Wasser

Würzig grüne Kressesuppe

2 grüne Paprika, 1 Handvoll Brokkoliröschen, 2 Frühlingszwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 1 Schale Kresse, 500 ml Kokosmilch, Saft von ½ Zitrone, 2 EL Olivenöl, ½ TL Muskatpulver, frischer Pfeffer, ein paar Safranfäden, nach Bedarf warmes Wasser.

Möchtest du mitmachen? Dann schreib mir. In einer eigens dafür gegründeten WhatApp-Gruppe versuchen einige Gleichgesinnte und ich uns gegenseitig zu motivieren sowie Ideen und Ratschläge auszutauschen.

Hast du weitere tolle roh vegane Suppen-Rezepte? Wie sieht deine Fasten-Routine aus? Berichte uns davon!

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