Ramadan: Fastenzeit

„Wer im Ramadan aus reinem Glauben und in der Hoffnung auf Allahs Belohnung fastet, dem werden all seine Sünden vergeben.“

(Al-Bukhari und Muslim)

Dieses Jahr beginnt Ramadan am 13. April, die Fastenzeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, 30 Tage lang.

Je nach geografischer Lage unterscheiden sich die Fastenzeiten des jeweiligen Tages auch von Ort zu Ort innerhalb Deutschlands. 

Die spirituelle Seite des Ramadan lässt sich nicht erklären, nur erleben. Für mich ist das eine Zeit, in der das Gleichgewicht zwischen Körper und Seele wieder hergestellt wird, und das Wohlbefinden, das sich bis zum Ende des Ramadan bei mir einstellt, führe ich auf diesen Ausgleich zurück. 

Fakten zu Ramadan

Der neunte Monat

Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Er beginnt, wenn die Mondsichel nach Neumond erstmals sichtbar ist. Somit verschiebt sich das Fest pro Jahr um zehn oder elf Tage nach vorne und durchläuft somit alle Jahreszeiten. Ein Muslim erlebt den Fastenmonat während seines Lebens sowohl im Winter mit kürzeren Tagen als auch im Sommer mit längeren Tagen. 

Die fünf Säulen des Islam

Der Islam basiert auf fünf Säulen:

  1. Das Bekenntnis (Schahada): „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet.“
  2. Das Gebet (Salat): fünfmal täglich soll gebetet werden.
  3. Almosen (Zakat): Eine Steuer, die den Bedürftigen zugute kommt.
  4. Die Pilgerreise (Hadsch): Die Reise nach Mekka
  5. Das Fasten (Ramadan). Die Gläubigen feiern in dieser Zeit die Offenbarung des Koran durch Allah an den Propheten Mohammed.

Fasten auf der ganzen Welt

Weltweit gibt es etwa 1,8 Milliarden Muslime. Der Ramadan ist der heiligster Monat. Ein Großteil fastet in dieser Zeit.  Während in vielen arabischen Ländern sich der Lebens- und Arbeitsrhythmus ein wenig ändert, Geschäfte längere Mittagspausen einlegen und später öffnen arbeiten in europäischen Ländern die Gläubigen genauso weiter wie außerhalb des Fastenmonats. Einige Arbeitnehmer nehmen jedoch Rücksicht.

Bedeutung des Wortes Ramadan

Das arabische Wort Ramadan leitet sich an von „Arramad“ oder „Ramida“, was so viel wie „brennende Hitze und Trockenheit“ bedeutet. „Ramdaa“ stammt aus der gleichen Wurzel und bedeutet „sonnengebrannter Sand“ und symbolisiert das Hitzegefühl im Magen, das von Hunger und Durst erzeugt wird. Eine mögliche Erklärung ist, dass das Fasten die Sünden buchstäblich verbrennt.

Enthaltsamkeit zur Tageszeit

Ab dem Sonnenaufgang ist im Ramadan jede Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme verboten. Es ist auch nicht gestattet Sex zu haben. Abgesehen davon, dass es in der der islamischen Welt sowieso haram ist, also verboten ist, sind im Ramadan noch einmal strenger Rauchen und Alkohol nicht erlaubt. Erst bei Sonnenuntergang wird das tägliche Fasten gebrochen und es darf wieder gegessen und getrunken werden.

Der Sinn des Fastens 

Muslime sollen dadurch lernen, ihren Körper zu kontrollieren. Außerdem zeigen sie durch das Fasten die Solidarität mit den Armen. So erfahren sie wie es ist zu hungern. Diese innere Reinigung soll die Beziehung zu Allah und den Mitmenschen stärken.

Vom Fasten befreit

Die Fastenregeln gelten nicht für alle Muslime – es gibt selbstverständlich Ausnahmen: Frauen ist das Fasten während der Menstruation verboten. Schwangere, Kranke und Reisende sind ebenfalls von der Fastenpflicht befreit. Altersschwache und Kinder sind von dieser religiösen Pflicht ausgenommen. 

Das Eid al-Fitr

Die letzten zehn Nächte des Ramadan gelten als besonders heilig. Der Fastenmonat endet am 27. Tag mit dem Freudenfest Eid al-Fitr. Das Fest des Fastenbrechens ist einer der wichtigsten muslimischen Feiertage und wird auch – vermutlich wegen der Fülle an Süßigkeiten – als Zuckerfest bezeichnet.

Sitten und Bräuche

Im Ramadan gilt enthaltsam zu leben und genügsam zu essen. Muslime nutzen die Abendstunden nach Sonnenuntergang und die Zeit vor der Morgendämmerung, um dem Körper essentielle Nährstoffe zuzuführen. Trotzdem ist Vorsicht geboten und ohnehin geschwächte Personen sollten bei ersten Anzeichen körperlicher Beeinträchtigungen die Fastenzeit beenden und diese gegebenenfalls später nachholen.

Nach dem Untergang der Sonne wird das Fasten im Ramadan bis zum Aufgang der Sonne unterbrochen. Während dieser Zeit ist es üblich, dass sich die komplette Familie sowie Freunde treffen, um gemeinsam das Fasten zu brechen und in gemütlicher Runde zu essen. Insgesamt ist es eine sehr besinnliche, ruhige Zeit. Während meist die Frauen in der Küche die vielen verschiedene Gerichte zum Iftar vorbereiten, laufen im tunesischen TV diverse Serien rauf und runter, um die Zeit zum Fastenbrechen zu verkürzen. Eine der wohl bekanntesten tunesischen Ramadanserien haben wir bereits im Bericht zum Dar El-Annabi vorgestellt. Durch den Verzicht von Nahrungsmitteln am Tag neigen viele Fastende dazu, während des Fastenbrechens so viele Nahrungsmittel wie möglich zu konsumieren.

Fettige, frittierte Nahrungsmittel oder auch starkgewürztes Essen können leicht zu Magenschmerzen, Verdauungsproblemen oder Sodbrennen führen. Aus diesem Grund kann es generell hilfreich sein, im Ramadan bewusster zu essen, die dem Körper trotz Fasten die notwendige Energie zu geben, die er benötigt.

Suhoor und Iftar: Essen im Ramadan

Für Suhoor, die Mahlzeit vor der Sonnendämmerung werden vor allem Ballaststoffe empfohlen, da beides den Körper langanhaltend sättigt. Dazu zählen Vollkornprodukte, Reis und Hafer, Bohnen und Linsen und Milchprodukte. 

Für Iftar, die Mahlzeit nach Sonnenuntergang, können Kohlenhydrate wie Datteln eingenommen werden, da diese den Blutzuckerspiegel schneller anheben. Zu beiden erlaubten Mahlzeiten sind vor allem auch Vitamine wichtig in Form von Gemüse, Salat oder Obst. Geeignete Lebensmittel zum Iftar sind: Früchte wie z.B. Datteln, Suppen, Geflügel und Fisch, Hummus und Gemüse. 

Im Ramadan sollte sowohl bei Iftar als auch bei Suhoor darauf geachtete werden, dass der benötigte Flüssigkeitsbedarf nachgeholt wird. Hier sollte vorzugsweise zu gefiltertem Wasser oder zuckerfreier Tee gegriffen werden. Koffeinhaltige Getränke sollte man im Ramadan reduzieren oder am besten vermeiden, weil sie dem Körper zusätzlich Flüssigkeit und somit lebenswichtigen Mineralien entziehen. Unzureichendes Trinken kann die Nieren belasten.

Vorteile des Fastens

Zwar nimmt man beim Fasten meist auch überflüssiges Gewicht ab, doch ist der Sinn und Zweck des Fastens nicht das Abnehmen, sondern eine körperliche und auch eine geistige Reinigung. Viele Menschen können sich überdies allein durch das Fasten heilen. Ja, oft kann das Fasten regelrechte Wunder vollbringen. Auch aus medizinischer Sicht sind zahlreiche positive Effekte des Fastens belegt. So führt Entgiftung des Körpers zu:

  • Besserer Haut 
  • Besserer Schlaf 
  • Weniger Gelenkprobleme 
  • Bessere Verdauung 
  • Regulierung des Blutdrucks 
  • Mehr Energie
  • Bessere Stimmung
  • Förderung von Geduld und Selbstbeherrschung
  • Besserer Fokus 

Ramadan vs. Trocken-/Intervallfasten

Im Ramadan verzichten wir im Intervall von Sonnenaufgang bin Sonnenuntergang auf jegliche Getränke und Nahrung.

Auch wenn diese zeitweise Art des Trockenfastens jährlich weltweit von vielen Menschen vor allem aus religiösen Gründen während des Ramadan praktiziert wird, möchte ich an dieser Stelle eindringlich darauf hinweisen, dass ein zu langer Verzicht von Wasser zu schweren gesundheitlichen Problemen führen kann. Obwohl Intervallfasten vielen leicht fällt und auch guttut, gilt auch bei dieser Methode –  genau wie im Ramadan –, dass es für einige Menschen wie Schwangere, Stillende, chronisch Kranke nicht geeignet ist. In jedem Fall solltet ihr euer Vorhaben bei gesundheitlicher Vorbelastung jeglicher Art vorab mit einem Arzt abklären

Intervallfasten

Die einfachste Art des Intervallfastens für Anfänger ist die 12:12 Methode, d.h. es wird täglich mindestens 12 Stunden gefastet. In der restlichen Zeit des Tages darf gegessen werden. Wenn man bedenkt, dass wir sowieso in den Regel 7-8 Stunden schlafen, ist dieses Modell ziemlich einfach mit jedem Alltag in Einklang zu bringen. 

Bei der 16:8-Variante lässt man entweder das Frühstück oder die Abendmahlzeit ausfallen, sodass man 16 Stunden am Stück auf Nahrung verzichtet. In den Intervallen der Nahrungsaufnahme solltet ihr natürlich nicht mehr essen als gewohnt. Für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl achtet ihr am besten auf genügend Ballaststoffe wie Gemüse und Eiweißquellen (Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, Pilze oder Nüsse) zu jeder Mahlzeit. Trinken soll man auch während des Fastens – aber nur kalorienfreie Getränke wie Wasser, dünne Gemüsebrühe oder ungesüßten Tee. Wer beispielsweise nach 17 Uhr nichts mehr isst, darf am nächsten Morgen um 9 Uhr wieder frühstücken. Der Stoffwechsel kommt dadurch jede Nacht in ein kurzes Fasten, mit dem Nebeneffekt, dass der Körper nachts weniger mit der Verdauung zu tun hat, was wiederum die Schlafqualität erhöht. 

Im Gegensatz zum Ramadan, wird beim Intervallfasten nicht aufs Trinken verzichtet. Das Zeitfenster der Nahrungsaufnahme von 8 Stunden ist hingegen durchaus mit dem Ramadan vergleichbar, außer dass wir nicht tagsüber, sondern erst abends essen. 

Trockenfasten

Trockenfasten ist vermutlich die härteste Form des Fastens und sollte – sofern man nachweislich gesund ist, d.h. nach ärztlicher Untersuchung und Absprache – nur über einen kurzen Zeitraum hinweg durchgeführt werden. 

Hierbei wird komplett auf Nahrung und auf Wasser verzichtet. Beim Trockenfasten, muss der Körper auch die Energie gewinnen, die normalerweise durch das Trinken zugeführt wird.

Vor allem die Fettverbrennung ist deutlich höher als bei anderen Fastenmethoden. Der Körper versucht beim Trockenfasten das benötigte Wasser aus dem Körperfett zu gewinnen. Die hier eingelagerten gesättigten Fettsäuren enthalten Wasserstoffmoleküle. Sobald die Fettsäuren aufgebrochen werden, zieht der Körper möglichst das Wasser aus dem Wasserstoff. Das hierbei gewonnene Wasser reicht je nach Körpermasse, für mehrere Stunden oder sogar Tage aus, sodass man theoretisch dementsprechend ohne Trinkwasser auskommt. An diesem Prozess sind sämtliche Zellen der Körpers beteiligt, die gesättigte Fettsäuren enthalten.

Da sich nur gesunde Zellen an der Wasserproduktion beteiligen können, sollen kranke Zellen absterben inkl. der darin enthaltenen Viren und Bakterien. Der Körper wird effektiv entsäuert, was dazu führen kann, dass chronische Krankheiten gelindert werden oder gar verschwinden. Diese Art Zellrecycling wird Autophagie genannt, ist der Prozess in den Zellen, der reinigt und entgiftet, sodass die Zellen gesund und leistungsfähig bleiben.

In dieser Zeit soll auf körperliche Anstrengungen jeglicher Art verzichtet werden. Viele widmen sich ausgiebig der Meditation. Der Ausstieg aus dem Trockenfasten geschieht durch eine vorsichtige Aufnahme von leicht verdaulichen Lebensmitteln mit hohem Wassergehalt. Dafür ist vor allem Obst und Gemüse geeignet.

Mein Vorsatz

Aus diversen Gründen werde ich dieses Jahr anlässlich Ramadan zur besseren Entgiftung und Heilung meines Körpers während Suhoor und Iftar – in den Zeiten des Fastenbrechens – hauptsächlich auf frische, selbstgepresste Säfte, leichte Suppen und auf vegane Ernährung setzen. Ich kombiniere Ramadan also mit einer Heilfastenkur.

Ich möchte während der kommenden 30 Tage gänzlich auf tierische Produkte, Weizen und raffinierten Zucker verzichten. Ob ich’s schaffen werde? Ich bin voller Tatendrang und werde meinen Weg sicherlich dokumentieren. 

Möchtest du mitmachen? Dann schreib mir. In einer eigens dafür gegründeten WhatApp-Gruppe versuchen einige Gleichgesinnte und ich uns gegenseitig zu motivieren sowie Ideen und Ratschläge auszutauschen.

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