Heilfasten Woche 1

Ramadan ist die Zeit, deinen Magen zu leeren, um deine Seele zu ernähren.

Was ist Fasten?

  • Fasten bedeutet nicht zu hungern.
  • Fasten ist eine freiwillige, bewusste Entscheidung. 
  • Fasten ist eine naturgegebene Form menschlichen (Über-)Lebens. 
  • Fasten bedeutet, dass der Organismus durch eine innere Ernährung und Eigensteuerung aus sich selbst leben kann. 
  • Fasten ist die beste Gelegenheit, in Form zu bleiben oder wieder in Form zu kommen. 
  • Fasten kann einen Anti-Aging Effekt haben, weil Umweltgifte, die heute unsere Körper vermehrt angreifen, ausgeschieden werden. 
  • Fasten ist ein starker Impuls, die eigene eingefahrene Lebensweise zu ändern falls das nötig ist.
  • Fasten betrifft den ganzen Körper, jede einzelne Zelle, aber auch Seele und Geist. 
  • Fasten bringt eine besinnliche Zeit mit sich – der Fastende ist aufgefordert, in sich selbst hinein zu hören.

Unruhige Zeiten und Stress haben dazu geführt, dass ich Allergien und Unverträglichkeiten entwickelt habe. Mal abgesehen vom unregelmäßigen, teils ungesunden Essen und einer Gewichtszunahme, die zwar nicht dramatisch ist, aber nicht gerade meinem persönlichen Wohlfühlgewicht entspricht. Ich fühle mich müde, angeschlagen, antriebslos. Daher werde ich dieses Jahr anlässlich Ramadan zur besseren Entgiftung und Heilung meines Körpers während Suhoor und Iftar – in den Zeiten des Fastenbrechens – hauptsächlich auf frische, selbstgepresste Säfte, in der 1. Woche auf Gemüsebrühe sowie leichte Suppen, im weiteren Verlauf auf vegane Ernährung setzen. 

Ich möchte versuchen, eine Art Kombination für mich zu schaffen aus dem Intervall- oder Trockenfasten-ähnlichen Prinzip des Ramadan und einer Heilfastenkur. Mein Ziel ist es darüber hinaus, während der kommenden 30 Tage gänzlich auf tierische Produkte, Weizen und raffinierten Zucker zu verzichten. Ob ich’s schaffen werde? Ich bin voller Tatendrang und werde meinen Weg sicherlich dokumentieren. 

Möchtest du mitmachen? Dann schreib mir. In einer eigens dafür gegründeten WhatApp-Gruppe versuchen einige Gleichgesinnte und ich uns gegenseitig zu motivieren sowie Ideen und Ratschläge auszutauschen.

Fasten richtig vorbereiten

Um den Körper langsam auf die Fastenphase vorzubereiten, solltest du 3-4 Tage vorher beginnen Weizen, Salz, Koffein und Zucker zu reduzieren.

Mit dem Fasten beginnt man nie von 100 auf null sondern mit sogenannten Entlastungstagen. Solche Tage bereiten nicht nur mental auf die anstehende Phase vor, sondern stimmen auch den Körper auf den kommenden Nahrungsverzicht ein. Zugegeben – hauptsächlich muss die eigene Psyche auf Fasten umschalten.

Wir steigen langsam mehr auf Suppen um und ich kann jedem nur raten, sich mit Gemüsesäften anzufreunden, die man über den Tag verteilt trinken kann. Verabschiede dich nicht nur von fettigem und übermäßigem Essen und Naschen sondern auch von alter Last wie Hektik und Spannung.

Der Einstieg ins Heilfasten gelingt erfahrungsgemäß am besten mit einer gründlichen Darmentleerung. Wer vor einem Einlauf zurückschreckt, kann alternativ Sauerkrautsaft, Buttermilch oder Molke trinken und damit das das sanfte Abführen erleichtern. Wirkt das alles nicht, hilft Glaubersalz.

Fastenbrechen

Im Ramadan beginnt das Iftar, also das tägliche Fastenbrechen meist mit einem Glas Wasser, welches schlückchenweise getrunken wird und 3 Datteln.

Anstelle von normalem Wasser, greife ich gerne zu lauwarmem Zitronenwasser. Zitrone zählt zu den basisch­sten Lebens­mitteln über­haupt. Diesen Mehrwert für mehr Gleich­gewicht im Säure-Basen-Haushalt kannst du ganz einfach nutzen.

Die Datteln sorgen mit ihrem hohen Zuckergehalt dafür, dass dein Blutzuckerspiegel wieder in Schwung kommt. Mehr über die Dattel als altbewährtes Superfood erfährst du hier.

Mein Fastenbrechen wird in diesem Jahr ausschließlich mit Säften stattfinden. Die Grünen sind nicht nur gesund, sondern auch meine Lieblingssäfte. Daher gehe ich im Anschluss näher darauf ein.

Grüne Säfte

Grüne Säfte sind hochkonzentrierte und leicht verträgliche Vitalstoffbomben zum Abnehmen und Entgiften. Sie versorgen deinen Körper schnell und problemlos mit Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Enzymen. 

Grüne Säfte sind basisch 

Für unsere Gesundheit ist das Gleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts essentiell. Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte, Weizen, raffinierter Zucker und verarbeitete Lebensmittel sowie Alkohol führen zu einem hohen Säuregehalt im Körper. Ein zu säurehaltiger Körper kann Krankheiten wie Krebs und Arthritis verursachen. Mit dem vermehrten Verzehr von basischen Lebensmitteln helfen wir unserem Körper, den pH-Wert auszugleichen.

Grünes Gemüse ist stark basisch und bildet die Grundlage jeder basischen Ernährung – vor allem grünes Blattgemüse wie Weizengras, Spinat, Sellerie und Kohl. Viele grüne Saft Rezepte beinhalten Kräuter und Sprossen als Zutaten, da sie zu den top-basischen Lebensmitteln zählen.

Grüne Säfte zur Entgiftung des Körpers

Die Ballaststoffe in den Säften wirken wie kleine Besen im Magen und Darmschleimhäuten; sie helfen Schlacke und Verdauungsreste regelrecht herauszuputzen. Das Blattgrün in grünem Gemüse setzt Chlorophyll in der Leber frei, welches Giftstoffe neutralisiert und die allgemeine Funktion der Leber unterstützt. Chlorophyll verbessert die Sauerstoffversorgung, reinigt die Leber und hilft das Gewebe wieder aufzubauen. 

Grüne Säfte zur Steigerung der Energie 

Sobald wir einen grünen Saft trinken, helfen wir unserem Körper, sich natürlich zu entgiften.

Dieser Prozess steigert den Sauerstoffgehalt im Blut und gibt dem Körper somit einen Energieschub. Aufgrund dessen eignen sich grüne Säfte perfekt am Morgen als Kaffee-Ersatz. Grünes Blattgemüse besteht zu 30 % aus Proteinen und hält lange satt. So lassen sich Heißhungerattacken im Laufe des Tages, oder aktuell betrachtet während der Fastenzeit – vermeiden. Gleichzeitig hat man weniger Appetit auf Süßes.

Beim regulären Heilfasten gilt für alle grünen Säften: Am besten in der Früh auf leeren Magen trinken um die Leber zu unterstützen. 

Meine Lieblingsrezepte für grüne Säfte

Kohl, Sellerie, Spinat oder sogar Brokkoli – bei grünen Säften sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich habe viel experimentiert und stelle hier meine Lieblings-Kombis vor. Ich entsafte in der Regel 1x am Tag genug für den täglichen Bedarf und fülle die Säfte in Glasflaschen. So habe ich auch nur 1x am Tag den Aufwand des Entsaftens und der anschließenden Reinigung der Geräte.

Alle Mengenangaben beziehen sich auf etwa 1 Liter 

Variante 1

1 Gurke, 1/4 Staudensellerie, 1 Zitrone, 2 Äpfel, 1 Bund Petersilie, etwas Ingwer

Variante 2

3 Orangen, 1/4 Bund Koriander, 5 Blatt Grünkohl, 1/4 Staudensellerie, etwas Ingwer

Variante 3

3 Äpfel, 1 Zitrone, 500 g Spinat , 1 – 1,5 Gurken

Variante 4

3 Äpfel, 2 Zitronen geschält, 1 Bund Petersilie, 1 Bund Koriander, 400ml Kokoswasser, 1/2 Gurke

Variante 5

1 Fenchel, 1 Gurke, 2 Orangen, 1/4 Ananas 

Variante 6

1/2 Ananas, 1 Gurke, 1/2 Minze, 1 Limette

Und so einfach geht’s: 

Schäl die Orangen und Zitronen und wirf sie zusammen mit all den restlichen Zutaten in deinen Entsafter. Wenn dir der Saft zu dick ist, kannst du ihn durch ein Sieb oder Tuch drücken. Falls der Gemüse-Geschmack zu viel für dich ist, presse einfach noch einen Apfel dazu. Magst du kein Ingwer oder bestimmte Kräuter? Dann ersetze sie einfach.

Natürlich ist es generell besser, die Zutaten zu entsaften, um einen dünnen Saft zu erhalten. Wenn du einen Mixer hast, arbeite einfach mit mehr Flüssigkeit und strecke die Säfte mit Wasser oder Kokoswasser.

Gesunde Säfte haben in unserem Haushalt die Farben des Regenbogens. Jeden Tag, ganz gleich ob Fastenzeit oder nicht, presse ich jeden morgen frischen Saft. Raja gewöhnt sich immer mehr auch an die Grünen, wobei zu seinen Lieblingssäften eher die mit Roter Bete zählen. Doch dazu nächste Woche mehr.

Mein Plan für die anstehende 30-tägige Fastenzeit sieht vor, mit der klassischen Gemüsebrühe zu starten und etwa ab der 3. Woche auf andere vegane Suppen und (roh-)vegane Bowls, Salate und Co. umzusteigen. 

Reinigung des Körpers

Fasten ist eine Methode, Körper und Geist auf mehreren Ebenen zu befreien. Ich empfehle, sich beim Heilfasten ganz besonders den Bedürfnissen des eigenen Körpers und der Hautpflege zu widmen. Beim Fasten geht’s darum zu entschlacken. Kopfschmerzen, schlechte Laune, Mundgeruch und Hautirritationen können anfangs auftreten. Doch keine Angst, das ist meist nur ein Zeichen des Körpers, dass der Entgiftungsprozess wirkt.

Entgiftung der Haut

Auch unsere Haut hat während des Fastens allerhand zu tun: Nicht immer angenehme Gerüche, die wir im wahrsten Sinn aus allen Poren ausdünsten, lässt nur erahnen, welch Gift da abgesondert wird. Die Körper- und Hautreinigung und Pflege nimmt während der Fastenzeit einen hohen Stellenwert ein, damit wir uns rundum wohl fühlen.

Schaffe dir eine kleine eigene Wellness-Oase. Nimm dir die Zeit für eine Gesichtsmaske, ein tiefenreinigendes Ganzkörperpeeling beispielsweise mit Tonerde oder eine Massage zur Förderung der Durchblutung.

In dieser Zeit trocknet die Haut aus. Gönne ihr Gutes und verzichte auf Make Up oder Pflegeprodukte mit chemischen Zusätzen. Diese verstopfen die Poren und hindern die Haut am Atmen. Ich empfehle stattdessen pflegende, reine Öle.

Reinigung der oberen Luftwege

Unsere Schleimhäute in Nase, Rachen und Luftröhre reinigen sich normalerweise im Idealfall selbstständig. Aber auch diese Reinigungsprozesse können wir unterstützen. Frische Luft hilft beim Räuspern, Schnäuzen oder Ausspucken ebenso wie eine Nasendusche.

Außerdem ist jetzt die beste Gelegenheit, um mit dem Rauchen aufzuhören. Sogar Raja hat sich die Ohren akupunktieren lassen, um endgültig das Laster aufzugeben. Bisher schlägt er sich tapfer! 😉

Mundhygiene

Einige Muslime greifen zwecks Zahnpflege zu Miswak, einem Ast, dessen Fasern angekaut werden, um anschließend die Zähne zu putzen und das Zahnfleisch zu massieren. Mehr dazu erfährst du hier. 

Wenn ich eine Heilfastenkur machen, gönne ich mir bewusst mehr Zeit, für Dinge die im normalen oder hektischen (Arbeits-)Alltag zu kurz kommen. Neben normalem Zähneputzen nehme ich mir also in diesen Phasen mindestens 20 Minuten extra Zeit für’s Ölziehen. Über Nacht bzw. jetzt während der Fastenzeit sammeln sich viele Bakterien und Viren im Mund. Mit dem Ölziehen können wir die Bakterien binden und dann ausspucken, anstatt sie mit dem ersten Glas Wasser runterzuschlucken. Ich verwende dafür etwa 1 TL Bio-Kokosöl. Anschließend spüle ich den Mund mit warmem Wasser nach und putze die Zähne wie gewohnt.

Da ich diese Jahr Ramadan für mich zu einer Kombination mit einer Heilfastenkur nutze, werde ich schauen, ob ich neben dem Zähneputzen auch Ölziehen vor dem ersten Getränk schaffe, oder ob der Durst doch stärker ist.

Möchtest du mitmachen? Dann schreib mir. In einer eigens dafür gegründeten WhatApp-Gruppe versuchen einige Gleichgesinnte und ich uns gegenseitig zu motivieren sowie Ideen und Ratschläge auszutauschen.

Hast du weitere tolle Saft-Rezepte? Wie sieht deine Fasten-Routine aus? Berichte uns davon!

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